Arbeitsablauf einer vertikalen Sonnenuhr

Auf dieser Seite zeigen wir den gesamten Ablauf der Herstellung einer vertikalen Sonnenuhr, von der Besichtigung des Standorts und der Messung des Wandazimuts bis hin zur Berechnung des Zifferblatts, ur Gestaltung, zur Fertigung und zur Montage.


1. Besichtigung des Standorts der Sonnenuhr

Wenn man an eine vertikale Sonnenuhr denkt, fällt der Blick zuerst auf die Ausrichtung der Wand, an der die Sonnenuhr angebracht werden soll. Von dieser Ausrichtung hängt unmittelbar ab, in welchem Zeitraum des Tages die Sonnenuhr überhaupt beleuchtet wird und wie lange sie die Zeit anzeigen kann.

Wir empfehlen daher einen Standort, bei dem die Wand möglichst in Richtung Ost-West orientiert ist, damit die Sonnenuhr über einen möglichst langen Zeitraum hinweg die Zeit anzeigen kann. Außerdem sollte es in der Umgebung möglichst keine geografischen oder baulichen Hindernisse geben, die Schatten auf die Sonnenuhr werfen könnten, zum Beispiel Bäume, Dachvorsprünge, Schornsteine oder benachbarte Gebäude. Die Wahl des richtigen Standorts ist deshalb ein wichtiger erster Schritt, weil sie sowohl die Funktion als auch die spätere Wirkung der Sonnenuhr entscheidend beeinflusst.


2. Messung des Azimuts der vertikalen Wand

Nach der Auswahl des Standorts messen wir den Azimut der gewählten vertikalen Wand. Der Azimut ist der Winkel zwischen Norden und der gewählten Richtung. Gemessen wird er von Norden aus im Uhrzeigersinn. Für eine vertikale Sonnenuhr ist diese Messung besonders wichtig, weil schon kleine Abweichungen die Lage der Stundenlinien und damit die Genauigkeit der Sonnenuhr beeinflussen können.

Der Azimut kann auf verschiedene Weise bestimmt werden. Die einfachste und für eine Sonnenuhr in der Regel ausreichend genaue Methode ist die astronomische Messung, die wir auch für unsere Berechnungen verwenden. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung eines präzisen Kompasses oder moderner geodätischer Messgeräte. Ziel ist in jedem Fall, die tatsächliche Orientierung der Wand möglichst zuverlässig zu bestimmen.


3. Erstellung eines Dokuments mit technischen Daten zur Sonnenuhr

Der nächste Schritt ist die Berechnung des Zifferblatts der vertikalen Sonnenuhr. Dafür haben wir ein Programm entwickelt, mit dem die Winkel des Zifferblatts für eine beliebig ausgerichtete Wand berechnet werden können. Das Programm ermöglicht außerdem die Berechnung des Zeitintervalls, in dem die vertikale Sonnenuhr an einem beliebigen Tag des Jahres beleuchtet wird.

Das tatsächlich nutzbare Anzeigeintervall hängt jedoch auch von geografischen oder baulichen Hindernissen in der Umgebung ab beziehungsweise von den tatsächlichen Zeiten des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs am konkreten Standort. Das Programm dient daher nicht nur der theoretischen Berechnung, sondern auch der Erstellung praktischer Projektdaten, die für Planung, Gestaltung und Ausführung der Sonnenuhr benötigt werden.

Auf Grundlage dieser Berechnungen erstellen wir außerdem ein Dokument mit den wichtigsten technischen Daten der Sonnenuhr, das der Kunde als Teil des Projekts erhält. Dieses Dokument enthält die wesentlichen geometrischen Angaben, die Orientierung der Wand, Daten zum Schattenstab sowie weitere Informationen, die für die korrekte Fertigung und Montage wichtig sind.


4. Gestaltung der Sonnenuhr in 2D und 3D

Nach der Berechnung des Zifferblatts folgt die Gestaltung der vertikalen Sonnenuhr. Die computergestützte Konstruktion ermöglicht eine vollständige Planung der Sonnenuhr im Voraus. Ihre Gestaltungsidee wird in digitale Form übertragen und Ihnen in einer 2D-Darstellung präsentiert, zum Beispiel als .pdf-, .dwg- oder .jpg-Datei, in der Regel im Maßstab 1:1.

Anschließend stimmen wir mögliche weitere Anpassungen gemeinsam ab, denn manche Ideen werden erst dann wirklich klar, wenn ein konkreter Entwurf vorliegt. Erst wenn die Sonnenuhr gestalterisch abgestimmt ist, geht sie in die Fertigung. Dabei achten wir darauf, dass das fertige Produkt dem vereinbarten Entwurf entspricht und der Informationsaustausch mit uns schnell, übersichtlich und zuverlässig verläuft.


5. Fertigung der Sonnenuhr

Danach folgt die Fertigung der Sonnenuhr, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen kann. Die Herstellungszeit hängt von der Komplexität der Ausführung, von der Materialwahl und auch von externen Partnern ab, die Leistungen wie Materialbeschaffung, Laserschnitt, Oberflächenbehandlung und Lackierung übernehmen.

Der Schattenstab beziehungsweise Gnomon ist unser Standardprodukt aus rostfreiem Material und in der Regel lagernd. Die übrigen Bestandteile der Sonnenuhr werden entsprechend der gewählten Gestaltung, Größe, Materialausführung und Befestigungsart gefertigt oder abgestimmt. Ziel der Fertigung ist, dass das Endprodukt sowohl geometrisch als auch optisch dem bestätigten Entwurf entspricht.


6. Montage der Sonnenuhr

Der letzte Schritt ist die Montage und Prüfung der Sonnenuhr am Standort des Kunden. Die Sonnenuhr wird zuvor in unserer Werkstatt vollständig vormontiert und in der Regel in einem Stück zur Baustelle transportiert. Dadurch kann die Montage vor Ort schneller und sicherer erfolgen.

Vor Ort sorgen wir für die Befestigung der Sonnenuhr an der zuvor ausgewählten vertikalen Fläche sowie für die abschließende Kontrolle ihrer Funktion. Besonderes Augenmerk legen wir auf die korrekte Lage des Schattenstabs, die genaue Ausrichtung und die mechanische Stabilität, denn gerade diese Punkte sind entscheidend dafür, dass die Sonnenuhr nach der Montage so funktioniert, wie sie geplant wurde.


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